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Depressionen sind eine Volkskrankheit – und sie bedrohen unsere Mentale Gesundheit

„Ich möchte klein sein, irgendwo hineinkriechen, nicht mehr denken oder fühlen müssen. Das Leben ist für mich zum Drahtseilakt geworden, jede Sekunde habe ich Angst zu fallen. Wer fängt mich auf? Wer beschützt mich? Wer ist da? Niemand. Ich halte das nicht durch! HILFE!!!“

Diese Worte schrieb ich während einer depressiven Phase im Rahmen meiner bipolaren Erkrankung in mein Tagebuch. Ich habe letztlich doch „durchgehalten“ und diese schwere Zeit überlebt. Ganz selbstverständlich ist das nicht. Denn Depressionen müssen immer (!) sehr ernst genommen werden, weil sie eben leider auch eine potenziell tödliche Erkrankung sind: Manche Betroffene verlieren den Lebensmut komplett und verzweifeln sosehr, dass sie Suizidgedanken entwickeln. Die gute Nachricht: Depressionen sind aber zugleich eine in der Regel gut behandelbare und sogar heilbare Erkrankung, vor allem dann, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Und genau deswegen müssen wir über sie sprechen.

European Depression Day am 2. Oktober 2022

Jährlich am ersten Oktober-Sonntag findet der sogenannte European Depression Day statt, diesmal also am 2. Oktober 2022. Mit vielen verschiedenen Aktionen soll an diesen Tag die Depression ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden. Denn Depressionen benötigen dringend Aufmerksamkeit, da sie zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen gehören: „Auf die Lebensspanne betrachtet, ist verschiedenen Studien zufolge etwa jeder 5. bis 6. Erwachsene einmal von einer Depression betroffen […].“ (Homepage der Deutschen Depressionshilfe).

Habe ich eine Depression?

Wenn man sich selbst über einen längeren Zeitraum als sehr niedergeschlagen, antriebs- und freudlos empfindet, stellt man sich häufig die Frage: Ist das noch ein normales Tief oder bin ich schon depressiv? Einen wichtigen Anhaltspunkt, ob ärztliche Behandlung nötig ist, kann hier der auf der Homepage der Deutschen Depressionshilfe verfügbare Online-Selbsttest (nur neun Fragen) liefern.

Reden hilft

Ist man an einer Depression erkrankt, zieht man sich häufig zurück, auch vor Freunden oder engen Familienmitgliedern. Manche Erkrankte werden sehr wortkarg, andere verstummen sogar ganz. Trotzdem sollte man es unbedingt wagen, sich im ersten Schritt einer vertraute Person anzuvertrauen. Fehlt diese, können telefonische Ansprechpartner*innen wie hier bei Redezeit für Dich oder bei der Telefonseelsorge eine erste Anlaufstelle sein. Der Hausarzt oder die Hausärztin sollte ebenfalls möglichst frühzeitig kontaktiert werden, denn wie schon erwähnt lassen sich Depressionen umso besser behandeln, je früher damit begonnen wird.

Weiterlesen

In der aktuellen Kolumne "Aufklärung tut not: Wie die Volkskrankheit Depression unsere mentale Gesundheit bedroht", die Nora Hille zusammen mit Dr. Maren Buhl für das Online-Magazin FemalExperts geschrieben hat, werden unter anderem folgende Aspekte thematisiert:

▶ Depressiv erkrankten Menschen beistehen

▶ Wie gefährlich sind Depressionen?

▶ Darf oder soll man über die Gefahr von Suiziden sprechen?

▶ So fühlt sich eine Depression an

▶ Wie wird eine Depression diagnostiziert?

▶ Der Unterschied zwischen Depression und Akuter Belastungsreaktion

▶ Buchtipps zum Thema

▶ Die bipolare Depression

Mehr dazu in der Kolumne von Autorin Nora Hille!

Über die Autorin

Nora Hille, Jahrgang 1975, verheiratet, zwei Kinder. Studium Geschichte, Literatur- und Medienwissenschaften. 12 Jahre Arbeit im Bereich Kommunikation/PR. Aus gesundheitlichen Gründen verrentet. Schreibt als Betroffene und Erfahrungsexpertin zu den Themen Mental Health und Psychische Erkrankungen. Engagiert sich für die Anti-Stigma-Arbeit, also gegen die Stigmatisierung (Ausgrenzung) psychisch Kranker in unserer Gesellschaft für mehr Miteinander, Toleranz und Gleichberechtigung. Außerdem verfasst sie literarische Essays, Gedichte und Kurzprosa.